The New ‘But’: Why infrastructure projects divide opinion – and what public affairs must learn from this

The New ‘But’: Why infrastructure projects divide opinion – and what public affairs must learn from this

by Peter Köppl | Aug 2026

The boom in artificial intelligence is turning data centres into strategic infrastructure. At the same time, opposition to new data centres is growing – in the US as well as in Austria. There is more to this than a traditional neighbourhood dispute. Today, infrastructure projects are more quickly caught up in a political dynamic where complex balancing of interests can be reduced to a simple ‘for or against’. For companies, this fundamentally changes the demands placed on public affairs.

Wenn aus digitaler Infrastruktur ein politisches Projekt wird

Der weltweite Boom künstlicher Intelligenz braucht eine Infrastruktur, die lange Zeit außerhalb der Technologiebranche kaum jemanden interessiert hat:

Rechenzentren.

Doch aus weitgehend unsichtbarer digitaler Infrastruktur werden zunehmend gigantische Industrieprojekte – mit erheblichem Strombedarf, Flächenverbrauch, Anforderungen an Stromnetze und, je nach Kühltechnologie und Standort, auch beträchtlichem Wasserbedarf.

Wie groß die Dimension mittlerweile ist, zeigt eine Prognose der Internationalen Energieagentur: Die IEA erwartet, dass sich der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 auf rund 945 Terawattstunden mehr als verdoppeln wird. Künstliche Intelligenz ist dabei einer der wichtigsten Wachstumstreiber.

Damit verändert sich auch die politische Bedeutung von Data Centern.

Was früher primär eine Frage für IT-Abteilungen, Energieversorger und Standortentwickler war, wird zunehmend zu einer Frage von:

Energiepolitik. Standortpolitik. Raumordnung. Umweltpolitik. Infrastrukturpolitik. Kommunalpolitik.

Und plötzlich werden Rechenzentren zu politischen Projekten.

71 Prozent sagen: Nicht bei mir

Wie schnell das passieren kann, zeigt derzeit die Entwicklung in den USA.

Der ORF berichtet über zunehmenden Widerstand gegen neue Rechenzentren in mehreren US-Bundesstaaten. Protest gibt es dabei keineswegs nur auf einer Seite des politischen Spektrums. Sowohl demokratische als auch republikanische Politiker greifen das Thema auf. In einzelnen Regionen werden Genehmigungen gebremst oder Moratorien diskutiert.

Besonders bemerkenswert sind die Zahlen einer aktuellen Gallup-Erhebung.

71 Prozent der Amerikaner lehnen den Bau eines AI-Rechenzentrums in ihrer eigenen Umgebung ab. 48 Prozent sind sogar entschieden dagegen.

Nur rund ein Viertel unterstützt entsprechende Projekte in der eigenen Region. Gallup hat die Einstellungen der US-Bevölkerung zu Rechenzentren im eigenen Umfeld detailliert untersucht.

Das ist ein bemerkenswert hoher Wert.

Vor allem deshalb, weil gleichzeitig kaum jemand grundsätzlich auf die Anwendungen verzichten möchte, für die diese Infrastruktur benötigt wird.

Cloud-Dienste, Streaming, Suchmaschinen, digitale Unternehmensprozesse und zunehmend künstliche Intelligenz brauchen Rechenleistung.

Die Infrastruktur dahinter soll vorhanden sein.

Nur möglichst nicht vor der eigenen Haustür.

Das klassische NIMBY-Problem – „Not in my backyard“ – bekommt damit eine neue Dimension.

Wir leben in einer politischen Aufmerksamkeitsökonomie

Dazu kommt eine zweite Entwicklung.

Politische Kommunikation hat sich fundamental verändert.

Politiker, Unternehmen, Bürgerinitiativen und Interessengruppen sind heute nicht mehr ausschließlich auf klassische Medien angewiesen. Über Social Media, Newsletter, Videos, Podcasts und eigene digitale Kanäle können sie ihre Zielgruppen unmittelbar erreichen.

Das demokratisiert politische Kommunikation.

Es verändert aber auch ihre Logik.

Aufmerksamkeit wird zur knappen Ressource.

Wer wahrgenommen werden will, muss sich gegenüber einer permanenten Informationsflut durchsetzen. Pointierte Positionen haben dabei häufig einen kommunikativen Vorteil gegenüber komplizierten Abwägungen.

Auch die OECD beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Polarisierung, Informationsfragmentierung und veränderten Informationsökosystemen auf Vertrauen und Demokratie.

Für Infrastrukturprojekte entsteht daraus eine besondere Herausforderung.

Die Befürworter sprechen über:

Netzkapazitäten. Widmungsverfahren. Investitionsvolumina. Kühlkonzepte. Wertschöpfung. Versorgungssicherheit. Rechenkapazitäten.

Die Gegenposition lässt sich dagegen möglicherweise in drei Schlagworten zusammenfassen:

Zu groß. Zu viel Strom. Zu viel Wasser.

Kommunikativ ist das ein asymmetrischer Wettbewerb.

Denn eine komplexe Interessensabwägung benötigt Erklärungsraum.

Ein emotional anschlussfähiges Gegenargument oft nur wenige Sekunden.

Kritik ist deshalb nicht automatisch Populismus

Genau an dieser Stelle ist allerdings Differenzierung wichtig.

Der hohe Stromverbrauch eines Rechenzentrums ist kein erfundenes Problem.

Wasserbedarf kann ein relevantes Thema sein.

Ebenso Bodenversiegelung, Lärm, Netzausbau, zusätzliche Infrastruktur oder Auswirkungen auf die lokale Umwelt.

Nach Berechnungen der IEA könnte der globale Stromverbrauch von Rechenzentren zwischen 2024 und 2030 jährlich um rund 15 Prozent wachsen – damit deutlich schneller als der übrige Stromverbrauch.

Die politischen Fragen rund um diese Projekte sind deshalb legitim.

Problematisch wird es dort, wo aus einer notwendigen Abwägung ein ausschließlich binärer Konflikt wird:

  • Dafür oder dagegen.
  • Fortschritt oder Umwelt.
  • Arbeitsplätze oder Lebensqualität.
  • KI oder Menschen.

Die Wirklichkeit ist meistens komplizierter.

Genau hier beginnt eine zentrale Aufgabe professioneller Public Affairs:

Komplexität so zu reduzieren, dass sie verständlich wird – ohne sie so weit zu reduzieren, dass sie falsch wird.

Kronstorf zeigt: Die Debatte ist längst in Österreich angekommen

Was derzeit in den USA passiert, ist deshalb auch für Österreich interessant.

Das Google-Rechenzentrum im oberösterreichischen Kronstorf ist dafür ein nahezu idealtypisches Beispiel.

Google hatte das Gelände bereits vor rund 18 Jahren erworben. Im April 2026 erfolgte schließlich der Spatenstich für die erste Ausbaustufe.

Inzwischen ist aus dem Standortprojekt eine breitere politische Debatte geworden.

Im Juli demonstrierten mehr als 200 Menschen gegen das Rechenzentrum. Diskutiert werden insbesondere Energie- und Wasserverbrauch, Bodenversiegelung, Transparenz und die Frage der Umweltverträglichkeitsprüfung. Der ORF Oberösterreich berichtete über die Demonstration und die Kritikpunkte der Projektgegner.

Dabei reden wir über beachtliche Dimensionen.

Laut Netz Oberösterreich könnte die erste Ausbaustufe mit einer Anschlussleistung von bis zu 150 Megawatt rechnerisch einen jährlichen Stromverbrauch von bis zu 1,31 Terawattstunden erreichen.

Bei einem möglichen Vollausbau auf 500 Megawatt wären es bis zu 4,4 Terawattstunden. Zum Vergleich: Ganz Oberösterreich verbrauchte 2024 rund 14 Terawattstunden Strom. Der ORF hat die möglichen Dimensionen des Energieverbrauchs des Projekts eingeordnet.

Auch der Umgang mit Kühlwasser ist Gegenstand der Debatte. Laut ORF könnten im Rahmen der genehmigten Dimensionen täglich bis zu 5,8 Millionen Liter erwärmtes Wasser in die Enns eingeleitet werden. Kritiker sehen mögliche Auswirkungen auf das Gewässerökosystem. ORF Science hat die Umweltfragen rund um Wasser- und Energieverbrauch des Rechenzentrums analysiert.

Das heißt nicht, dass diese maximalen Werte im laufenden Betrieb permanent erreicht werden.

Aber allein ihre Größenordnung macht deutlich, warum ein Rechenzentrum dieser Dimension nicht ausschließlich als technisches Bauprojekt behandelt werden kann.

Es ist zwangsläufig auch ein politisches Infrastrukturprojekt.

Der Kardinalfehler vieler Projektwerber

Viele Unternehmen behandeln große Infrastrukturprojekte dennoch nach einem traditionellen Schema.

Zuerst identifiziert man die formal zuständigen Stakeholder:

  • Gemeinde.
  • Bürgermeister.
  • Landesbehörden.
  • Fachabteilungen.
  • Netzbetreiber.
  • Ministerien.

Dann werden die erforderlichen Bewilligungen eingeholt, juristische Verfahren abgearbeitet und technische Anforderungen erfüllt.

Solange alles nach Plan läuft, lautet die Kommunikationsstrategie gegenüber einer breiteren Öffentlichkeit häufig sinngemäß:

No comment.

Das kann funktionieren.

Bis es nicht mehr funktioniert.

Denn:

Eine behördliche Genehmigung ist noch keine gesellschaftliche Akzeptanz.

Und gesellschaftliche Akzeptanz lässt sich nicht im Nachhinein per Bescheid herstellen.

Mit Öffentlichkeit verändert sich die Stakeholder-Landkarte

Sobald ein Projekt öffentliche Aufmerksamkeit erhält, wächst die Zahl relevanter Akteure schlagartig.

Plötzlich spielen auch Oppositionsparteien, Bürgerinitiativen, Anrainer:innen, Umweltorganisationen, Interessenvertretungen, Journalist:innen, Wissenschaftler:innen und Social-Media-Akteure eine Rolle.

Damit verändert sich die politische Logik des Projekts.

Diese Stakeholder müssen nicht beweisen, dass ein Projekt rechtswidrig ist.

Für einen politischen Konflikt reicht es aus, Zweifel daran zu erzeugen, ob es fair, transparent, notwendig oder gesellschaftlich akzeptabel ist.

Aus einer rechtlichen Frage wird eine Legitimitätsfrage.

Und diese funktioniert nach anderen Regeln.

„Warum hat uns niemand gefragt?“

Der Ausgangspunkt des Konflikts muss dabei keineswegs eine politische Partei sein.

Er kann von Bürger:innen kommen, die sich tatsächlich betroffen fühlen.

Von Anrainer:innen, die über Lärm besorgt sind.

Von Menschen, die steigende Stromkosten fürchten.

Von Umweltorganisationen.

Oder von lokalen Medien.

Besonders kritisch wird es, wenn Menschen das Gefühl bekommen, ein Projekt sei bereits weitgehend entschieden worden, bevor sie überhaupt davon erfahren haben.

Dann lautet die zentrale Frage plötzlich nicht mehr:

„Ist dieses Projekt genehmigungsfähig?“

Sondern:

„Warum hat uns eigentlich niemand gefragt?“

Aus Public-Affairs-Sicht ist das ein fundamentaler Unterschied.

Denn in diesem Moment geht es nicht mehr primär um technische Fakten.

Es geht um Vertrauen und Verfahrensgerechtigkeit.

  • Wer wurde informiert?
  • Wer durfte mitreden?
  • Who benefits?
  • Wer trägt die Belastungen?
  • Und wer hat entschieden?

Die teuerste Kommunikation ist jene, die zu spät beginnt

Für Projektwerber können daraus erhebliche Transaktionskosten entstehen.

  • Zusätzliche Gutachten.
  • Kommunikationskampagnen.
  • Politische Verhandlungen.
  • Verzögerungen.
  • Rechtsverfahren.
  • Projektänderungen.
  • Neue Auflagen.

Der Reputationsschaden kann dabei sogar das kleinere langfristige Problem sein.

Denn Infrastrukturprojekte entwickeln sich weiter.

Ein Rechenzentrum wird erweitert.

Netzkapazitäten müssen erhöht werden.

Neue Gebäude werden errichtet.

Zusätzliche Genehmigungen werden notwendig.

Dass diese Dynamik keine theoretische Überlegung ist, zeigt wiederum Kronstorf: Noch während die erste Ausbaustufe errichtet wird, wurden bereits Anträge für die zweite Ausbaustufe eingebracht.

Ein politischer Konflikt in Phase eins kann deshalb die politische Handlungsfähigkeit in Phase zwei oder drei erheblich einschränken.

Gerät etwa ein Bürgermeister wegen seiner ursprünglichen Zustimmung massiv unter Druck, steigt für ihn der politische Preis, später auch eine Erweiterung zu unterstützen.

Aus einem kurzfristig gelösten Genehmigungsthema wird damit ein langfristiges Public-Affairs-Risiko.

Legal Licence und Social Licence to Operate sind nicht dasselbe

Genau hier kommt ein Konzept ins Spiel, das für große Infrastrukturprojekte immer wichtiger wird:

die Social Licence to Operate.

Sie ist kein tatsächliches rechtliches Dokument.

Sie beschreibt vielmehr das Maß an gesellschaftlicher Akzeptanz und Vertrauen, das ein Unternehmen beziehungsweise ein Projekt benötigt, um langfristig operieren zu können.

Vereinfacht gesagt:

Legal Licence to Operate:

Wir dürfen das Projekt bauen.

Social Licence to Operate:

Das Umfeld akzeptiert, dass wir das Projekt bauen.

Das eine ersetzt das andere nicht.

Ein Projekt kann rechtlich vollständig genehmigt und trotzdem politisch hochgradig konfliktbehaftet sein.

Umgekehrt ersetzt gesellschaftliche Zustimmung natürlich keine gesetzlichen Genehmigungen.

Professionelles Stakeholder Management muss deshalb beide Ebenen berücksichtigen.

Rechenzentren werden zum politischen Mobilisierungsthema

Wie schnell Data Center politisch aufgeladen werden können, lässt sich inzwischen besonders deutlich in den USA beobachten.

Der ORF beschreibt, wie der Widerstand gegen Rechenzentren sowohl von demokratischer als auch von republikanischer Seite aufgegriffen wird.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand.

Rechenzentren bündeln mehrere konfliktfähige Themen gleichzeitig:

  • Energiepreise.
  • Wasser.
  • Flächenverbrauch.
  • Big Tech.
  • Künstliche Intelligenz.
  • Arbeitsplätze.
  • Verteilung von Kosten und Nutzen.

Damit sind sie politisch ausgesprochen anschlussfähig.

Auch der US-Meinungsforscher und politische Kommunikationsberater Frank Luntz hat die Akzeptanzprobleme rund um Rechenzentren aufgegriffen. In einem aktuellen Beitrag argumentiert er, dass die politische Akzeptanz steigen könnte, wenn Betreiber ihren ökologischen Fußabdruck minimieren, ihren Energiebedarf möglichst eigenständig decken und dies mit klaren, überprüfbaren Vorgaben verbinden. Frank Luntz: Beitrag zur politischen Akzeptanz von Data Centern.

Der interessante Punkt daran ist weniger die konkrete technische Lösung.

Interessant ist die politische Logik:

Ein Projekt braucht einen nachvollziehbaren Deal mit seinem Umfeld.

Die wichtigste Frage lautet: Was hat die Region davon?

Genau hier liegt häufig eine Schwäche in der Kommunikation großer Infrastrukturprojekte.

Unternehmen erklären ausführlich, was sie bauen wollen.

Sie erklären deutlich seltener überzeugend:

Warum sollte die Bevölkerung wollen, dass genau hier gebaut wird?

Investitionssummen allein reichen dafür häufig nicht.

Auch abstrakte Argumente über Digitalisierung oder internationale Wettbewerbsfähigkeit sind für einen Menschen, der wenige hundert Meter vom Projekt entfernt lebt, möglicherweise wenig relevant.

Nutzen muss lokal übersetzt werden.

Das können – abhängig vom jeweiligen Projekt – sein:

  • Arbeitsplätze.
  • Kommunalsteuern.
  • Neue Infrastruktur.
  • Nutzung von Abwärme.
  • Investitionen in Schulen oder Gemeinden.
  • Regionale Aufträge.
  • Ausbildungsprogramme.
  • Forschungskooperationen.

In Kronstorf wird genau diese Diskussion bereits geführt. So wurde politisch unter anderem gefordert, die entstehende Abwärme stärker für Wohnungen, Schulen oder Betriebe in der Region nutzbar zu machen. Der ORF berichtete über die Forderungen nach stärkerer Abwärmenutzung beim Google-Rechenzentrum.

Ob einzelne Forderungen technisch und wirtschaftlich sinnvoll umsetzbar sind, muss im konkreten Fall geprüft werden.

Politisch zeigt sich aber eine wichtige Verschiebung.

Die Frage lautet nicht mehr ausschließlich:

Was braucht das Projekt vom Standort?

Sondern zunehmend auch:

Was bekommt der Standort vom Projekt?

Public Affairs muss vor dem Konflikt beginnen

Die Konsequenz daraus ist nicht, Kritik mit noch mehr Hochglanzkommunikation zuzudecken.

Sie ist auch nicht, jeden potenziellen Kritiker überzeugen zu wollen.

Professionelle Public Affairs müssen früher ansetzen.

Noch bevor ein Infrastrukturprojekt zum Konfliktthema wird, sollte analysiert werden:

  • Wer ist tatsächlich betroffen?
  • Wer könnte sich betroffen fühlen?
  • Welche Interessen werden berührt?
  • Welche Nachteile sind realistisch?
  • Welche Sorgen können entstehen?
  • Welche Argumente werden voraussichtlich gegen das Projekt mobilisiert?
  • Welche politischen Akteure könnten diese Argumente aufnehmen?
  • Welche Stakeholder genießen lokale Glaubwürdigkeit?
  • Und welchen nachvollziehbaren Nutzen schafft das Projekt für Standort, Gemeinde und Bevölkerung?

Das ist mehr als Kommunikation.

Es ist strategisches Public-Affairs- und Stakeholder-Management.

Das kommunikative Vakuum bleibt nie lange leer

Relevante Stakeholder sollten deshalb frühzeitig informiert und – wo sinnvoll – einbezogen werden.

Dabei geht es nicht darum, ein Projekt schönzureden.

Im Gegenteil.

Glaubwürdige Kommunikation muss auch mögliche Belastungen benennen:

  • Strombedarf.
  • Wasser.
  • Lärm.
  • Verkehr.
  • Bodenverbrauch.
  • Landschaftsbild.
  • Netzinfrastruktur.

Und sie muss erklären, wie damit umgegangen wird.

Denn eines ist in der heutigen Aufmerksamkeitsökonomie besonders riskant:

das kommunikative Vakuum.

Wer als Projektwerber nicht erklärt, was gebaut wird, warum es gebaut wird, welche Auswirkungen es hat und welchen Nutzen es schafft, verhindert damit nicht die öffentliche Debatte.

Er überlässt nur anderen die Definition des Projekts.

Und wer zuerst eine verständliche politische Erzählung etabliert, besitzt häufig einen erheblichen Framing-Vorteil.

Die zentrale Public-Affairs-Regel für Infrastrukturprojekte

Die wichtigste Public-Affairs-Regel für große Infrastrukturprojekte lautet deshalb heute:

Nicht erst kommunizieren, wenn Widerstand entsteht. Kommunizieren, bevor andere definieren, worum es bei dem Projekt politisch überhaupt geht.

Bei Rechenzentren steht dabei besonders viel auf dem Spiel.

Sie sind Schlüssel-Infrastruktur für Digitalisierung, Cloud-Dienste, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und künstliche Intelligenz.

Gleichzeitig sind sie lokal sichtbar und ressourcenintensiv.

Genau diese Kombination macht sie politisch konfliktfähig.

Fazit: Die Genehmigung ist nicht das Ende der politischen Arbeit

Das „neue Dagegen“ ist deshalb nicht einfach Ausdruck einer Gesellschaft, die plötzlich gegen Infrastruktur wäre.

Dahinter stehen mehrere Entwicklungen gleichzeitig:

eine höhere Sichtbarkeit großer Projekte, reale Verteilungskonflikte, eine fragmentierte Medienlandschaft und eine politische Aufmerksamkeitsökonomie, in der einfache Positionen leichter mobilisieren können als komplexe Abwägungen.

Für Projektwerber reicht es deshalb nicht mehr, ausschließlich die richtigen Behörden und politischen Entscheidungsträger zu kennen.

Sie müssen auch verstehen, wie ein Projekt außerhalb des formalen Genehmigungsverfahrens wahrgenommen werden kann.

Eine rechtliche Genehmigung schafft die Legal Licence to Operate.

Vertrauen, Transparenz, nachvollziehbarer Nutzen und frühzeitiger Dialog schaffen die Social Licence to Operate.

Beides wird für große Infrastrukturprojekte zunehmend entscheidend.

Denn professionelle Public Affairs sind kein Reparaturinstrument, das man hervorholt, wenn eine Bürgerinitiative gegründet wurde, die erste Demonstration stattfindet und das Projekt zum politischen Konfliktthema geworden ist.

Richtig eingesetzt sind Public Affairs von Beginn an Teil eines erfolgreichen Projektdesigns.


Fünf Public-Affairs-Fragen vor jedem großen Infrastrukturprojekt

  1. Wer kann betroffen sein – nicht nur formal, sondern auch subjektiv?
  2. Welche Belastungen und Konfliktlinien sind vorhersehbar?
  3. Welchen konkreten und lokal verständlichen Nutzen schafft das Projekt?
  4. Wer könnte das Projekt politisch zum Mobilisierungsthema machen – und warum?
  5. Haben wir mit relevanten Stakeholdern gesprochen, bevor andere das Projekt für uns erklärt haben?

Wer diese Fragen erst beantwortet, nachdem öffentlicher Widerstand entstanden ist, hat einen wesentlichen Teil seines politischen Handlungsspielraums bereits verschenkt.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zum Beitrag? Schreiben Sie mir gerne unter peter.koeppl@mastermind.cc

Nico Stella, MIM

Partner & Senior Consultant

Nach mehreren Jahren im Public Affairs Sektor, verstärkt der Wiener seit 2019 als Berater das Team von Mastermind. Seine Studien – Politikwissenschaft und Management in Wien & Salzburg –  haben ihn dabei auf die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft vorbereitet.

Bei Auslandsaufenthalten in London, St. Gallen, Brüssel und den USA hat er sich eine Sichtweise über den österreichischen Tellerrand hinaus angeeignet. Abseits der Arbeit zieht es ihn oft zum Wandern und Skifahren in die Berge und auf Reisen in die Ferne.

Nico Stella, MIM

Partner & Senior Consultant

Nach mehreren Jahren im Public Affairs Sektor, verstärkt der Wiener seit 2019 als Berater das Team von Mastermind. Seine Studien – Politikwissenschaft und Management in Wien & Salzburg –  haben ihn dabei auf die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft vorbereitet.

Bei Auslandsaufenthalten in London, St. Gallen, Brüssel und den USA hat er sich eine Sichtweise über den österreichischen Tellerrand hinaus angeeignet. Abseits der Arbeit zieht es ihn oft zum Wandern und Skifahren in die Berge und auf Reisen in die Ferne.

Bernhard Zink-Spiel M.A. M.A.

Partner & Senior Consultant

Nach mehrjähriger Tätigkeit in der Versicherungsbranche absolvierte der gelernte Versicherungskaufmann das Studium der Politikwissenschaft mit den Schwerpunkten Staats- und Regierungstätigkeit, politische Kommunikation und EU an der Universität Wien und spezialisierte sich zudem im Zuge des Post Graduate Masterstudiums Public Communication an der Universität Wien auf Public Affairs.

Während seiner Studienzeit war er, unter anderem für die österreichische Botschaft in Berlin im Bereich Political- & Public Relations, sowie für einen internationalen Konzern im Bereich Corporate- & Public Affairs tätig. Seit 2015 bei Mastermind, berät der gebürtige Steirer Kunden aus unterschiedlichsten Branchen. Seine Freizeit widmet der zweifache Vater seiner Familie, Reisen und Sport.

Mag. Martin Stradal-Angelo

Partner & Senior Advisor

Martin Stradal-Angelo verfügt über mehrjährige Erfahrung als Berater im Bereich Lobbying und Public Affairs. Er war bereits Senior Consultant in seiner vergangenen beruflichen Karriere und fungierte davor als Pressesprecher und PR-Verantwortlicher für die Wirtschaftsuniversität Wien.

Für die österreichische EU-Ratspräsidentschaft 2006 arbeitete der passionierte Schlagzeuger und Bassist im Presse- und Medienteam des Bundeskanzleramts. Darüber hinaus sammelte er politische Kommunikationserfahrung bei den Kampagnen zum „Gedenk- und Jubiläumsjahr“ 2005, zur EU-Erweiterung 2004 und zur Euro-Einführung 2002. Er hat Handelswissenschaften studiert, spielt Volleyball und ist Vater von zwei Kindern.

Christina Fehrmann, Bakk. phil.

Managing Partner

Die aus der Steiermark stammende HAK-Absolventin sammelte unter anderem Berufserfahrung in einer Rechtsanwaltskanzlei und in einer weiteren Public Affairs Agentur. Sie studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien und ist seit vielen Jahren eine begeisterte Schwimmerin und Taucherin.

Dr. Peter Köppl M.A.

Managing Partner 

Peter Köppl ist einer der maßgeblichen Public Affairs- Experten Österreichs mit Berufserfahrung als Journalist, PR-Berater, Pressesprecher und Lobbying-Verantwortlicher in Industrieunternehmen, Kammern, Verbänden und Agenturen. Peter Köppl ist Präsident der Österreichischen Public Affairs Vereinigung, Mitglied der Strategic Communitiy, sowie als Fachautor und Vortragender tätig. Der Kommunikationswissenschaftler und Politologe (Universität Wien) absolvierte die Graduate School of Political Management in Washington, D.C. im Fachbereich „Lobbying & Public Affairs“ sowie das Executive Program „Strategy Beyond Markets“ an der Stanford Business School. Zu seinen Leidenschaften abseits der Arbeit zählen Skifahren, Lesen und Musik.